Komponist
Er studierte bei Federico Ibarra an der FaM UNAM (Musikfakultät der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko). Seinen Master-Abschluss in Komposition (UNAM) erlangte er mit dem sinfonischen Werk „Ciclo de vida y muerte“ (die Abschlussarbeit wurde von María Granillo betreut). Sein Schaffen umfasst rund 150 Werke, die von namhaften Musikern in Mexiko, Europa, den USA, Kanada, Asien, Australien, Neuseeland und Lateinamerika aufgeführt wurden. Er erhielt verschiedene Stipendien von FONCA und SACPC. In den Jahren 2001, 2010, 2015 und 2022 wurde er in das Nationale System der Kunstschaffenden (SNCA) aufgenommen. Es existieren 41 CDs mit seiner Musik, davon 5 Porträt-CDs. Er hat verschiedene Preise im In- und Ausland gewonnen. Er ist hauptamtlicher Professor an der FaM UNAM.
Leonardo Corals kreative Arbeit ist eng mit der bildenden Kunst verbunden. Sein Vater Flaviano Coral (1928–2018) war Maler und Mitglied des Salón de la Plástica Mexicana. Leonardo Coral wuchs zwischen Gemälden und Malern auf; sein Geist ist ein Arsenal an Formen, Farben und Texturen, die verschiedene, auch mythologische, musikalische Symbolismen suggerieren. Auf diese Weise entstehen Werke wie: „El jardín de las delicias“ (Der Garten der Lüste) für Flöte und Orchester, inspiriert vom Werk von Hieronymus Bosch (El Bosco); „Trío Homenaje a Siqueiros“; „Katharsis“ für Violine und Streicher, inspiriert vom Wandgemälde von José Clemente Orozco; „Piezas fantásticas“ für Violine und Klavier, basierend auf „La muerte danzando“ von Dominique Menkes; und „Cuatro lienzos sinfónicos“, inspiriert von Werken seines Vaters. Die Gitarrensonate Nr. 2 ist eine Hommage an den Maler Marco Ospina.
In seinem Schaffen für Chor und Orchester ragen bedeutende Werke heraus: die Kantate „Un Sueño de Sor Juana“, „Xinantécatl“, „Tierra de Sombra“, „Requiem“ sowie die Oper „La máscara de la muerte roja“ (Die Maske des Roten Todes) nach einer Erzählung von Edgar Allan Poe. Auch der literarische Einfluss war von großer Bedeutung. Ebenso vertonte er Lieder mit Texten von Pablo Neruda sowie „Un viaje“ für Sopran, Flöte und Klavier nach Texten von sieben lateinamerikanischen Dichtern.
Unter seinen Orchesterwerken sind „Águila real“, „Máquina férrea“, „Alegorías“, „Animales míticos“ und „Concierto para orquesta“ zu nennen. Die konzertante Form nimmt einen wichtigen Platz in seinem Schaffen ein: 2 Gitarrenkonzerte, 4 Klavierkonzerte, 2 Violinkonzerte, Konzert für Tenorsaxophon und Streicher, Violakonzert, Klarinettenkonzert, Violoncellokonzert, Konzert für Klavier und Kammerensemble, Cembalokonzert, Orgelkonzert und Konzert für Saxophon und Orchester.
In seinen Kammer- und Ensemblewerken zeigt sich ein Interesse an der Mythologie sowie an Tanzformen, veränderten Bewusstseinszuständen und den Geheimnissen der Existenz: „Orígenes“, „Arquetipos“, „Oceánico“, „Danzas orgiásticas“, „Monstruos marinos“, „Los misterios de la noche“, „Danzas y meditaciones“, „Visiones“, „Alucinaciones“, „La danza del infinito“, „Evocaciones“, „Selva amazónica“, „Percepciones“, „Ensoñaciones“, „4 poemas“ und „Sueños lúcidos“.
Zudem widmet er der formalen Gestaltung große Aufmerksamkeit: 3 Streichquartette, 2 gemischte Quintette, 2 Sonaten für Violine und Klavier, Sonate für Violoncello und Klavier, Sonate für Klarinette und Klavier, 2 Gitarrensonaten, 11 Klaviersonaten, 3 Serien von 12 Präludien für Klavier, „Aforismos“, „Sonata no tan breve“, Sonate für zwei Flöten und Klavier, Suite für Cembalo, Sonate für zwei Klaviere „Resonancias nocturnas“ und eine Suite für Gitarre.
Werdegang entdecken